Das stiefmütterliche Dasein von Stellenanzeigen - ULRIKE KOSSMANNWir sind im 21. Jahrhundert angekommen und was finden wir vor, wenn wir den Kandidatenmarkt bzw. Bewerbermarkt betrachten? Lücken, soweit das Auge reicht! Es mangelt hier und da an Fachkräften! Unternehmen könnten noch mehr Umsatz erzielen, wenn so manche Vakanz nicht mehr vakant wäre. Der potentielle, zukünftige Mitarbeiter wird zur Mangelware.

Das war vor 20 Jahren noch ganz anders. Die FAZ hatte einen umfangreichen Stellenmarkt und die Resonanz auf Anzeigen war enorm. Man konnte in der Regel besetzen.

Heute herrscht in den Postfächern der Personalabteilung eher gähnende Leere. Und, werden Sie sich fragen? Haben sich die Stellenanzeigen verändert? Finden Sie innovative, ideenreiche, ansprechende Jobangebote, die so formuliert sind, dass der Leser vor Begeisterung förmlich in die Luft springt? Eher nicht. An dieser doch so wichtigen Stellschraube drehen nur wenige.

Was ist das Ziel? Nicht nur Menschen für eine konkrete Position zu interessieren, sondern auch, dass dieser Leser das Angebot besser findet als seine aktuelle Jobsituation und letztlich kündigt.
Fakt ist ja leider: Niemand wartet auf Ihre Stellenausschreibung. Und den Programmierer, Projektleiter, Sales Engineer (m/w) etc. suchen viele Unternehmen.

Das heißt, die Sichtweise muss sich ändern! Der Bewerber mit seinen möglichen Wünschen, Vorstellung und Zielen steht im Fokus. Seinen „Nerv“ müssen wir treffen. Stattdessen ist der Stil der meisten Stellenausschreibungen eher langweilig, formell und damit distanziert.

Die Unternehmenseckdaten hinsichtlich Größe, Internationalität und jahrelangem Renomée findet der Leser in der Regel auf der Homepage. Der potentielle Bewerber interessiert sich doch eher für Themen, die hinter den Kulissen ablaufen. Wie ist die Führungskultur, die gelebten Werte, der Freiraum zur Gestaltung und Einflussnahme? Gibt es vielleicht einen Betriebskindergarten? Sind die Arbeitszeiten flexibel gestaltbar? Vielleicht ist mein Job auch z.T. vom Homeoffice aus möglich?

Erzeugen Sie mit Ihrem Angebot bei dem Leser einen Wow-Effekt, an dem er nicht vorbeigehen kann. Ziel ist es, dass die neue Position Bedeutung für seine berufliche Zukunft haben könnte.

Wie Sie dies erreichen, skizziere ich in meinen nächsten Blogbeiträgen.

Ich freue mich auch über eine rege Diskussion. Vielleicht wollen Sie mir schreiben, was Sie in Stellenanzeigen anspricht, wann Sie bereit sind, „den Ankerplatz“ zu wechseln.

Ihre Ulrike Koßmann
info@ulrikekossmann.de