Die gravierenden Veränderungen in unserer Wirtschaftswelt sind für uns alle nicht einfach. Das spürt mittlerweile jeder. Für den Einen ist das besser zu managen, der Andere tut sich schwerer damit.

Aber was bedeutet das für die Arbeitswelt und wie beeinflusst diese Entwicklung die zukünftig erforderlichen Kompetenzen der Mitarbeiter?

Unternehmen sind gezwungen Ihre Organisationsformen zu überdenken. Viele Aufgaben werden nicht mehr klar von anderen abgegrenzt sein, sondern Vieles wird sich verzahnen, vernetzen, verknoten…

Das beginnt schon am Arbeitsplatz selbst, als auch bei der Arbeitszeit. In aller Munde ist der Vertrauens – Arbeitsplatz, die Vertrauens – Arbeitszeit.

Vertrauen wird in Zukunft eine viel größere Bedeutung gewinnen, als bisher in einer reportenden, deligierenden und hierarchischen Unternehmenswelt. Dank moderner Kommunikationsmittel kann die „Wissensarbeit“ vom Arbeitsort entkoppelt werden, d.h. sie findet im Home-Office oder Multi-Space-Office statt, wie z.B. bei Google u.a. schon praktiziert.

Bis 2020 werden lt. einer Studie des Softwareunternehmens Citrix 90% der Unternehmen mobiles Arbeiten anbieten. Deutschland gilt da aber im Vergleich noch immer als Entwicklungsland und liegt im EU-Schnitt hinter Frankreich und Großbritannien. Geschätzt wäre es möglich, 40% der Arbeitsplätze nach Hause zu verlegen.

Da sind wir wieder beim Vertrauen, das in beide Richtungen – hin zum Arbeitgeber und zum Mitarbeiter – die Grundlage darstellt. Räumliche Entfernung bedeutet mehr Kommunikation, mehr Dialog auf Augenhöhe. Ferner sollte es für alle mehr Sandkästen geben, in denen wir neue Dinge erfahren, neue Konzepte entwickeln, diese möglicherweise verwerfen und wieder von vorne beginnen. Dabei ist es von Vorteil, verschiedene Sandkästen zu besuchen, vielleicht auch solche, die uns auf den ersten Blick nicht ansprechen.

Ein erhöhter Grad an Transparenz ist DAS, was unweigerlich folgt. Jeder ist stärker in den Gesamtzusammenhang involviert. Das kann für Führungskräfte einerseits ein Machtverlust bedeuten, andrerseits wird ihr Herrschaftswissen einen weniger großen Stellenwert einnehmen.

Und wie muss nun der „Zukunftsarbeiter“ aufgestellt sein? Er sollte seine Komfortzone verlassen, denn diese wird zukünftig immer kleiner werden. Die Welt im stetigen Wandel bestimmt unser Leben.

Für uns bedeutet das, neugierig und informiert zu bleiben – ständiges Lernen in unserem Arbeitsumfeld mit dem Zusatz: Scheitern erlaubt und Kritikfähigkeit erwünscht.

Wir verharren nicht auf der Spezialistenebene, sondern werden verstärkt funktionsübergreifend tätig sein. Auch hier sind neue Kompetenzen gefragt.

Nicht zuletzt wird die Welt immer mehr nach unseren interkulturellen Fähigkeiten rufen, wodurch ggf. unsere Abenteuerlust geweckt wird.

Ganz im Sinne von Herrn Dr. Wolfgang Fassnacht, HR Director Germany von SAP + Global HR BP Lead for Board Areas Finance and HR, der im Rahmen der Messe „Zukunft Personal 2017“ sinngemäß sagte: „Mein Social Sabbatical in Ghana hat mich mehr gelehrt, als jedes Managementtraining“.

Nun wünsche ich allen Lesern einen geruhsamen Ausklang des Jahres, Zeit, um den Denkmuskeln eine Auszeit zu gönnen und die schönen Dinge des Lebens zu genießen.

Ihre Ulrike Koßmann

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken